St-Vinzenz-Witten


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Hl. St. Vinzenz

St. Vinzenz

Vinzenz, Bauernsohn aus der Nähe von Pouy, wurde seiner Familie zum Priesterberuf bestimmt und studierte in Toulouse Theologie. Schon im Alter von 19 Jahren wurde er zum Priester geweiht, 1620 folgte die Gründung der Laiengemeinschaft für Männer, die "Serviteurs des pauvres", die "Diener der Armen". 1625 gründete er die "Kongregation der Mission", nach dem Sitz der Gemeinschaft nahe der Pariser Kirche St. Lazare Lazaristen oder nach dem Gründer neuerdings auch Vinzentiner genannt. Ihre Hauptaufgabe ist die missionarische Arbeit und die Ausbildung des Klerus. Ab 1627 widmete er sich ganz der Arbeit mit und für seine Gemeinschaften.

1633 folgte in Zusammenarbeit mit Louise de Marillac die Gründung der "Filles de la Charité", der "Töchter der christlichen Liebe, Dienerinnen der Armen" oder nach dem Gründer "Vinzentinerinnen" genannt *. Die Aufgabe der Schwestern, die ohne Ordenstracht und nicht in klösterlicher Klausur, sondern vor Ort bei den hilfsbedürftigen Menschen leben, war die Versorgung von Alten, Kranken und Waisen. 1640 gründete Vinzenz Waisenhäuser, denn mehr als 400 Kinder wurden jährlich allein in Paris ausgesetzt. Zur besseren Ausbildung des Klerus hielt Vinzenz Exerzitien und regelmäßige "Konferenzen", bei denen sich die Elite des Klerus traf. Bei Volksaufständen gegen die absolutistische Herrschaft des Königshauses richtete er in Paris Volksküchen und Lazarette ein und half so vielen Opfern des Bürgerkrieges.

Vinzenz kann als Begründer der neuzeitlichen Caritas gelten. Die Vinzentinerinnen sind heute mit rund 24.000 Mitgliedern die größte Frauengemeinschaft der katholischen Kirche. Die Vinzentinerinnen waren auch das Vorbild für die die von Mutter Teresa gegründete Ordensgemeinschaft; Mutter Teresa hat sich selbst als "zweite Vinzentinerin" bezeichnet. Vinzenz' Reliquien werden in der Kirche St. Lazare in Paris, sein Herz in der Mutterhauskapelle der Vinzentinerinnen in Paris aufbewahrt.

(aus: http://www.heiligenlexikon.de/index.htm?BiographienV/Vinzenz_von_Paul.html)

Zahllose Werke der Caritas wurden durch das Wirken des hl. Vinzenz möglich. Die Werke der Barmherzigkeit, dargestellt auf der Bilderwand hinter dem Seitenaltar unserer Kirche, ein Werk einer Künstlerin aus Witten, erinnern uns daran, wonach sich der hl. Vinzenz in seinem Leben richtete.

Insgesamt können wir neuen Platten sehen. Die oberen zwei Platten stehen stellvertretend für die sieben geistigen Barmherzigkeiten: zwei Menschen im Gespräch und ein Mensch in der alten Gebetshaltung. Die übrigen sieben Platten sind für die sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit: die Gefangenen befreien, die Durstigen tränken, die Heimatlosen aufnehmen, die Kranken besuchen, die Toten begraben, die Hungernden nähren und die Nackten bekleiden.

Der hl. Vinzenz starb in der Nacht zum 27. September 1660.

Die Frage stellt sich, warum unsere Gemeinde den Namen dieses Heiligen übernommen hat? Wir finden die Antwort in der Kurzfassung der Chronik unserer Pfarrei beim Eingang der Kirche Dort lesen wir:

Der 300. Todestag des hl. Vinzenz im Jahre 1961 gab den Anstoß zur Namensgebung von unserer Kirche und Gemeinde. Der erste Spatenstich für die neue Kirche, lesen wir weiter, die nach dem Namen des hl. Vinzenz benannt werden soll, erfolgte am 21. Februar 1961 und bereits fünf Monate später die Grundsteinlegung.

Im Jahre des Heils 1963, am 17. März, nahm der hochwürdige Herr Weihbischof Dr. Paul Nordhues die Weihe unserer Kirche in einem feierlichen Gottesdienst vor. Am 1. Januar 1964 wurde durch die Pfarrerhebung die Trennung von der Muttergemeinde St. Marien vollzogen.

Im Sommer des gleichen Jahres brachte eine Pilgergruppe von einer Wallfahrt zum Grab des hl. Vinzenz in Paris Reliquien des Heiligen nach Witten, wo sie seitdem im Seitenaltar der Kirche ruhen. (weiter: siehe Informationstafel).

Die Reliquien des hl. Vinzenz sind nicht nur zum Bestaunen. Die Reliquien erinnern uns an den Heiligen, an sein Lebenswerk, auch an seine Worte. In einem Brief über die Liebe zu den Armen schrieb er:

"Wir sollen das Tun Christi nachahmen: für die Armen sorgen, sie trösten, unterstützen und empfehlen. Weil Gott die Armen liebt, liebt er auch alle Menschen, die die Armen lieben. Darum hoffen auch wir, dass Gott uns wegen der Armen liebt. Wir wollen sie darum besuchen und uns der Schwachen und Armen annehmen. Der Dienst an den Armen ist allem vorzuziehen und ohne Aufschub zu leisten. Braucht ein Armer während der Gebetszeit eine Arznei oder eine Hilfeleistung, so geht ruhig zu ihm und bietet Gott dar, was zu tun ist, als wärt ihr beim Beten geblieben. Lasst euch nicht durch Ängstlichkeit des Herzens oder Gewissensbisse beunruhigen, als hättet ihr wegen des Dienstes an den Armen das Gebet versäumt. Denn es ist keine Vernachlässigung Gottes, wenn ihr wegen Gott von Gott weggeht. Ihr habt eine fromme Handlung unterlassen, um eine andere zu leisten. Bis in unsere Tage hat der hl. Vinzenz als lebendiges Vorbild Menschen zu tätiger Nächstenliebe angeregt. Viele gehen den Weg, den er uns mit Gottes Hilfe der hl Vinzenz gewiesen hat, u.a. in unserer Stadt."

Schon über 100 Jahre ist die Stadt Witten durch Vinzentinerinnen im Marienhospital und im St. Josef Altenheim, sowie durch Vinzenzkonferenzen mit dem Namen des Heiligen verbunden. Ähnlich wie der Orden der Vinzentinerinnen im Dienst an den Armen kennt auch der Verein der Vinzenzkonferenz keine nationalen Grenzen. Ein Beispiel dafür aus der letzten Zeit ist der Besuch des Pfarrers Pater Kasimir und Herrn Ingo Golon von der Vinzenzkonferenz in Lemberg, in der Ukraine. Bei ihrem Besuch in der Pfarrei "Muttergottes von der immerwährenden Hilfe" in Lemberg gründeten sie dort die Vinzenz- und Elisabethkonferenzen.

St. Vinzenz möge bei Gott für alle, die sich in diesem Gotteshaus, das seinen Namen trägt, versammel und die vor seinen Reliquien beten, Fürsprecher sein. Der hl. Vinzenz von Paul erinnert uns auch an unser christliches Erbe und ruft uns zur Treue zur Kirche und zu den Werken der Barmherzigkeit auf. Sein Aufruf möge uns zu gleichen Tun aneifern.

Pater Jan im Oktober 2002


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